Gemeinsam für Morgen

Für Herbolzheimer Metzgerei ist Nichtstun keine Option

 

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Für Herbolzheimer Metzgerei ist Nichtstun keine Option

Neudenau  Die Herbolzheimer Metzgerei Wagenblast nahm an der Aktion „Gemeinsam für Morgen“ teil und ist davon noch immer begeistert. Hinter der Initiative stecken Experten, die kostenfreie Unterstützung bei der Entwicklung digitaler Lösungen geboten haben. In wenigen Tagen entstand ein neuer Web-Auftritt.

Von Simon Gajer

Für den Metzger ist Nichtstun keine Option
Elisabeth und Josef Wagenblast führen die Metzgerei in Herbolzheim in der siebten Generation. Der Betrieb setzt auf Handwerk.Foto: Simon Gajer

Die Herbolzheimer Metzgerei Wagenblast setzt auf Handwerk und Tradition. Elisabeth und Josef Wagenblast führen den Betrieb mittlerweile in der siebten Generation, überlieferte Rezepte kommen weiterhin zum Einsatz, doch eines ist dem Chef klar: „Von Tradition allein kann man nicht leben.“ Für ihn stand deshalb fest, dass er an der Aktion „Gemeinsam für Morgen“ teilnimmt. Er wurde ausgewählt und ist darüber noch immer froh. „Es war die richtige Entscheidung.“

100 Experten unterstützen die Betriebe

Hinter der Initiative stecken 100 Experten aus Marketing, Kommunikation, Handel, IT, Digitalisierung und Recht, die kostenfreie Unterstützung und Beratung bei der Entwicklung digitaler Lösungen geboten haben. Die Campus Founders, die Stadt Heilbronn und die Heilbronner Stimme hatten mit diesem kostenfreien Angebot gezielt Hilfe für Kleinunternehmen und deren Mitarbeiter initiiert, die von der Corona-Krise betroffenen sind. Die Metzgerei im Neudenauer Stadtteil hat in nur drei Tagen eine neue Internet-Seite erhalten.

Der Metzger will bemerkbar sein

Corona setzt der Metzgerei an der Herbolzheimer Ortsdurchfahrt zu. Catering, ein für Wagenblast wichtiges Geschäft, ist zum Erliegen gekommen. Hochzeiten werden um ein Jahr verschoben, die Bewirtung fällt damit weg. „Niemand will in kleinem Rahmen feiern“, sagt Josef Wagenblast. Der Chef will seine Hände nicht in den Schoß legen und auf bessere Zeiten warten. „Nichtstun ist keine Option.“ Das Ziel durch „Gemeinsam für morgen“: Noch mehr Kunden sollen erfahren, dass es mehr gibt als den Lebensmitteleinzelhandel. „Wir wollen uns bemerkbar machen.“ Die Begeisterung über den neuen Internet-Auftritt ist den Inhabern noch immer anzusehen.

Der Betrieb lobt die Unterstützung

Die langen Nächte, um Daten zu liefern, nahmen Elisabeth und Josef Wagenblast gern in Kauf. Die Homepage wollten die beiden schon lange angehen, aber in einem Kleinbetrieb fehlt dafür die Zeit. „Der Tag ist ausgefüllt“, sagt Elisabeth Wagenblast. Aufschieben, noch weitere Monate verstreichen lassen – das ist jetzt Geschichte. In wenigen Tagen wurde der neue Auftritt geschaffen, über die Unterstützung freuen sich die beiden noch immer. „Das Team hat sich richtig reingekniet“, sagt Elisabeth Wagenblast.

Der Betrieb sieht diesen Auftritt aber nur als einen Zwischenschritt an. „Darauf lässt sich aufbauen“, sagt sie. Ein Onlineshop soll in einem nächsten Schritt folgen. Ein erstes Angebot gibt es bereits: den Lieferdienst, den die Metzgerei mit Corona auf den Weg gebracht hat.

Die Metzgerei hat die bisherige Corona-Zeit unterschiedlich erlebt. Los ging es mit der starken Nachfrage nach Dosenwurst. „Dann haben die Kunden angefangen, Fleisch zu bevorraten“, erzählt Josef Wagenblast. Das habe sich mittlerweile wieder normalisiert. Gaststätten zu, Betriebe zu: Das spürte Wagenblast ebenfalls. „Wir hatten einen stärkeren Verkauf.“ Auch das Wetter spielte mit, viele Kunden deckten sich mit Grillgut ein. „Das hat sich im Umsatz niedergeschlagen.“ Der Chef ist froh darüber. „Das hat uns ein Stück weit geholfen.“ Josef Wagenblast betont: „Die Sorgen sind kleiner geworden.“

 

 

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